„Ich glaube an das Modell, das hinter dieser Plattform steckt“ – Jürgen Kelber im Interview

Allgemein · Über Emittenten · Sabine Drotbohm · 18.05.2015

Ab sofort können Sie das erste Wertpapier bei Mezzany zeichnen: Wir starten mit einem besonderen Immobilienprojekt im Herzen Berlins, hinter dem ein sehr professioneller und erfahrender Kopf steckt: Jürgen F. Kelber ist seit über 30 Jahren in der Immobilienwirtschaft tätig und entwickelte sein Unternehmen alt+kelber zum deutschen Marktführer für Wohnungsprivatisierungen. 

Er war zuletzt Direktoriumsmitglied der österreichischen Conwert und ist heute unter anderem Geschäftsführer des international tätigen Immobiliendienstleisters Dr. Lübke & Kelber. In seiner Karriere hat Kelber bereits über 50.000 Eigentumswohnungen erfolgreich verkauft – nun sollen noch einmal 74 Wohnungen in der Berliner Glockengießerei hinzu kommen.

Das erste Projekt, das über die Plattform von Mezzany finanziert wird, ist die Glockengießerei Franz Weeren in Berlin-Neukölln – ab 1.000 Euro können Sie als Anleger die Crowdbonds zeichnen. Wird die Anleihe nicht in ihrer vollständigen Höhe von drei Millionen Euro gezeichnet, haben die Gesellschafter ihre Absicht erklärt, die Differenzsumme zur Verfügung zu stellen, sodass die vollständige Projektfinanzierung gewährleistet werden kann.

 

Wir sprachen mit Herrn Kelber über die Besonderheiten der ersten Emission.
Mezzany: Guten Tag Herr Kelber. Vielen Dank, dass Sie Zeit für uns haben. Bevor wir über Ihr neuestes Projekt sprechen, kurz die Frage an Sie: Warum haben Sie sich für ein Crowdinvesting im Allgemeinen und für Mezzany im Speziellen entschieden?

Jürgen Kelber: Mezzany ist der nächste Schritt für Crowdinvesting. Ich glaube an das Modell, das hinter dieser Plattform steckt. Der Immobilienmarkt ist so attraktiv, wie lange nicht. Exklusive Projektfinanzierungen mit interessanten Renditechancen sollten auch hier für jeden zugänglich gemacht werden. Ich möchte privaten wie professionellen Investoren die Möglichkeit geben, ein besonders interessantes Immobilienprojekt mitzufinanzieren und von seiner Exklusivität zu profitieren. Bei Mezzany sind alle Voraussetzungen da, dies auf professionelle Weise zu tun.

Jürgen Kelber

 

Mezzany: Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an der Glockengießerei Franz Weeren?

Jürgen Kelber: Ich glaube, hier kommen viele unterschiedliche Aspekte zusammen. Zum einen ist es die wirklich tolle Entwicklung von Berlin an sich. Berlin erlebt immer noch einen enormen Zuzug von Menschen, die hier arbeiten und leben wollen. Neukölln als Stadtteil entwickelt sich zu einem sehr beliebten Viertel. Wir sind davon überzeugt, dass der Standort optimal ist. Zum anderen ist aber auch die Bausubstanz als solches sehr besonders. Die Glockengießerei ist ein klassisches Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert mit besonderem Charme. Diesen wollen wir mit modernem Wohnraum kombinieren und so an einem tollen Standort ein sehr exklusives Wohnen schaffen. Die Kombination aus traditionellen Industriegebäuden und moderner Architektur ist seit langem schon sehr reizvoll.

 

Glockengießerei Franz Weeren in Berlin, erste Emission bei Mezzany

 

Mezzany: Sie sind ja schon seit Jahren Experte für die Umsetzung solch großer Immobilienprojekte. Warum haben Sie dieses spezielle Objekt für die Crowd ausgewählt?

Jürgen Kelber: Die Berliner unter den Investoren kennen das Gelände der Glockengießerei möglicherweise. Wir haben hier einen Standort mitten im belebten Berlin – nicht etwa einen geplanten Neubau in einem neu zu erschließenden Wohngebiet ohne Bezug zur Umgebung. Für mich ist es die Mischung aus toller Lage und faszinierender Bausubstanz, die das Objekt so interessant macht – die Vision, in diesem Objekt ein altes ungenutztes Industriedenkmal wieder zu beleben. Das ist eine Vorstellung, die, so denke ich, auch die Crowd fasziniert.

 

Mezzany: Wie entwickelt sich derzeit der Markt für solche Anlagen?

Jürgen Kelber: Wir befinden uns in einer Zeit, in der die Nachfrage nach Wohnraum immer weiter zunimmt. Der Neubau von Wohnraum steigt jedoch nicht mit dieser Nachfrage. Wir bewegen uns also in einem sehr attraktiven Markt. Zwar ist die Zahl der Baufertigstellungen in den letzten Jahren gestiegen, jedoch kann sie noch immer nicht mit der enormen Nachfrage mithalten. Auch in Berlin ist das derzeit der Fall, zumal die Stadt darüber hinaus immer noch einen enormen Zuzug verzeichnet. Entsprechend ist auch hier die Nachfrage nach Wohnraum enorm. Dem wollen wir mit dem Objekt begegnen, das wir in der Glockengießerei schaffen.

 

Glockengießere Franz Weeren, erste Emission bei Mezzany

 

Mezzany: Worin genau sehen Sie das Potential für die Investoren?

Jürgen Kelber: Das derzeitige Zinsumfeld bei Festgeld und ähnlichen Anlageformen ist auf einem Dauertief. Die Möglichkeiten für die Anleger sind derzeit dadurch sehr überschaubar. Die Crowd hat hier die Möglichkeit, durch einen Festzins plus Überschussbeteiligung bei Projekterfolg, ihr Geld deutlich ertragreicher anzulegen. Hinzu kommt der Standort, der sich sehr positiv entwickelt. Berlin ist nach wie vor sehr beliebt und die Nachfrage nach modernem Wohnraum hoch – hier setzen wir an.

 

Mezzany: Was macht das Wertpapier für Investoren aus ihrer Sicht interessant?

Jürgen Kelber: Wir wollen mit der Glockengießerei nicht auf steigende Mieteinnahmen und damit einer Langfristigkeit des Projekts spekulieren, sondern sind an einem schnellen Verkauf interessiert. Die Anlaufkosten des Projekts sind bereits finanziert, Gutachten und Baugenehmigung liegen vor. Das Funding muss also keine Mindestsumme erreichen, bevor das Projekt umgesetzt werden kann – wir konnten hier bereits beginnen. Zusätzlich steigt der Investor zu einem sehr fortgeschrittenen Projektstatus ein:

Einstieg des Investors als Finanzierungspartner

 

Darüber hinaus bieten wir den Investoren darüber eine Festverzinsung sowie einer Beteiligung am Projektüberschuss – die Crowd wird also von der Wertsteigerung beim Verkauf des Gebäudes profitieren können. Ich selbst bin mit meiner Gesellschaft beteiligt. Ich möchte das Projekt also gemeinsam mit der Crowd und den Investoren voran bringen. Hinzu kommt die Erfahrung, die mein Team und ich mitbringen: Wir haben in der Vergangenheit bereits zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt, die in Größe und Komplexität vergleichbar mit der Glockengießerei sind.

 

 

Mezzany: Was soll mit dem eingesammelten Kapital passieren?

Jürgen Kelber: Es wird konkret darum gehen, das Objekt um- und auszubauen. Dazu wird der alte Teil der Glockengießerei zu modernen Eigentumswohnungen im Stil von mehrstöckigen Townhouses umgebaut. Gleichzeitig entstehen auf dem Gelände zwei angrenzende Neubauten, in denen ebenfalls hochwertige Eigentumswohnungen entstehen werden. Insgesamt sollen so 74 Wohneinheiten auf dem Gelände geschaffen werden. In Gänze ergibt das einen Wohnkomplex, der Alt und Neu verbindet und so eine sehr besondere Wohnatmosphäre schaffen wird.

 

Mezzany: Herr Kelber, vielen Dank für Ihre Zeit und das Gespräch.